Auf dem Weg zum UNESCO-Weltkulturerbe

Auf dem Weg zum UNESCO-Weltkulturerbe

Hochbrücke und Schwebefähre in abendlichem Spiegelbild
Hochbrücke und Schwebefähre in abendlichem Spiegelbild

Mittlerweile zählt die „Eiserne Lady“, wie die Schwebefähre in Rendsburg gern genannt wird, zu den letzten acht Hänge-Trajekten, die weltweit noch als reguläres Verkehrsmittel im Einsatz sind. Mit dem Ziel, für diese ungewöhnlichen und selten gewordenen Baudenkmäler bei der internationalen Bildungs-, Wissenschafts- und Kulturorganisation UNESCO die Anerkennung als Weltkulturerbe zu erlangen, haben die Träger und Eigentümer dieser Fähren im Herbst 2003 einen Weltverband der Schwebefähren gegründet. Durch gemeinsames Vorgehen hofft der Verband, die Chancen für eine Anerkennung als historisches Bauwerk beim Weltkulturerbe-Komitee der UNESCO wesentlich zu verbessern. 2005 einigten sich Schwebefähren-Vertreter von Deutschland, Spanien (Portugalete bei Bilbao), Frankreich (Rochefort), Großbritannien (Newport, Middlesbrough, Warrington) und Argentinien (Buenos Aires) auf eine enge Kooperation.

Ermutigt durch die bereits 2006 erfolgte Anerkennung des UNESCO-Status für die älteste unter den Schwebefähren, die nahe dem spanischen Bilbao seit 1893 ihren Dienst versieht, gründeten die beiden deutschen Schwebefähren-Standorte Rendsburg-Osterrönfeld und Osten-Hemmoor im selben Jahr einen nationalen Dachverband, den „Arbeitskreis Deutsche Schwebefähren“. Die Erwartung: Beide Schwebefähren sollen künftig nicht nur als Verkehrsweg, sondern mit Hilfe verstärkter Aufklärung auch als „bewundernswertes Denkmal und technikhistorische Attraktion von internationalem Rang“ wahrgenommen werden. Um den verfahrensmäßig schwierigen Weg zum UNESCO-Status zu ebnen, beschloss der Weltverband im Oktober 2009 in Rendsburg, bei der UNESCO einen gemeinsamen Antrag auf Anerkennung als Weltkulturerbe zu stellen. Die schleswig-holsteinische Landesregierung – bei den Bundesländern liegt das Vorschlagsrecht – entschied im August 2012, die Schwebefähre für eine Aufnahme in die UNESCO-Liste offiziell vormerken zu lassen und als Teil einer transnationalen Bewerbung an die Kultusministerkonferenz zu melden.

Hinter den gemeinsamen Bemühungen um die Erhaltung der Schwebefähren und um mehr öffentliches Interesse sowie vor allem um ihre Anerkennung als Weltkulturerbe verbirgt sich zugleich das Ziel, den Tourismus am Nord-Ostsee-Kanal und an der Oste beleben und ihn mit finanziellen Mitteln der EU fördern zu können. Die beiden deutschen Schwebefähren sind in diesem Sinne spektakuläre Wahrzeichen der im Frühjahr 2004 eröffneten „Deutschen Fährstraße“, einer rund 250 km langen touristischen Ferienstrecke von Kiel bis Bremervörde, die den Reisenden auf diesem Weg „Erlebnis-Fährien“ zwischen Oste und Ostsee bieten soll.

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