Widerstand gegen das "Monstrum"

Massiver Widerstand gegen ein „Monstrum“

Was angesichts der Wertschätzung, die die Eisenbahnhochbrücke heute genießt, schwer vorstellbar ist: Als sich die ersten Nachrichten vom geplanten Brückenbau in Rendsburg verbreiteten, war das Echo darauf in der Bürgerschaft und bei den Stadtoberen keineswegs zustimmend. Die Skeptiker befürchteten, mit einer Hochbrücke „ungeheure Stahlgerüste“, ein „Monstrum“, zu bekommen, das anders als eine Fähre das Stadtbild störe. In einem Brief des Magistrats an das Reichsamt des Inneren hieß es, dass man die Hochbrücke „als einen Vorteil für die Stadt nicht ansehen“ könne. Und als bekannt wurde, dass um einen Teil der Stadt herum ein Damm von beachtlicher Höhe geplant sei, wurde es für die Initiatoren des Brückenbaus immer schwieriger, die Einwände von Stadtvertretung und Bürgerschaft vom Tisch zu bringen.

Als sehr gravierend erwies sich auch der Einwand der Brückengegner, dass die Streckenverlängerung wegen des Schleifendamms eine Verteuerung der Personen- und Frachttarife mit sich bringen solle. Insbesondere die Rendsburger und Büdelsdorfer Geschäftswelt befürchtete Umsatzverluste infolge höherer Gütertarife. Es hagelte Einsprüche über Einsprüche, wobei die Chemische Düngerfabrik, die Hollersche Carlshütte und die Werft Nobiskrug im Verein mit Rendsburgs Magistrat und Stadtverordneten die Richtung vorgaben. Wenn nicht die Bahn oder das Reich die Mehrkosten übernähmen, sei dem Bau der Hochbrücke die landespolizeiliche Genehmigung zu versagen. Auch Entschädigungsansprüche wegen „Umwegung und Entwertung“ wurden erhoben.

Bahn- und Kanalbauverwaltung lenkten ein. Sie entsprachen dem Wunsch der Stadt, in der Schleife mit Rücksicht auf bessere Durchlässigkeit für den Straßenverkehr die Gleise über ein Viadukt an die Hochbrücke heranzuführen, was letztlich auch der Ästhetik des ganzen Projekts zugute kam. In der Tariffrage zeigte man sich ebenfalls kompromissbereit und schlug eine Staffelung vor, die erst ab einer Entfernung von 100 km und mehr tarifmäßig ins Gewicht fiel.

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