Der Zahn der Zeit

An der Hochbrücke nagt der Zahn der Zeit

Die Grundsanierung der Brücke erfolgt zum Schutz von Mensch und Umwelt hinter festen staubdichten Planen
Die Grundsanierung der Brücke erfolgt zum Schutz von Mensch und Umwelt hinter festen staubdichten Planen

Im Oktober 2013 werden Eisenbahnhochbrücke und Schwebefähre hundert Jahre alt. Wie beim Menschen der Alterungsprozess schon mit der Geburt beginnt, so kann sich auch ein noch so großartiges Bauwerk von Anbeginn nicht dem Verfall entziehen. Nach der rechtzeitig vor Ausbruch des Ersten Weltkriegs abgeschlossenen Brückenbauphase folgte eine Zeit, in der es fast ausschließlich um Erhalten, Instandsetzen und Erneuern ging und geht. Auch das ist eine nicht geringere Aufgabe, deren Lösung heute beim Wasser- und Schifffahrtsamt Kiel-Holtenau und seiner „Bündelungsstelle Brückenbau“ in Rendsburg liegt.

Die umweltschützenden Einhausungen der gigantischen Pfeiler der Hochbrücke, die unüberhörbaren Schlagschrauber- und Schleifgeräusche verraten es: Hier geht Außergewöhnliches vor sich, hier geht die auf insgesamt fast 170 Millionen Euro veranschlagte, 1993 begonnene Grundinstandsetzung (GI-Maßnahme) ihrer Verwirklichung entgegen. Diese bis 2015 abzuschließende Grundsanierung umfasst den Gesamtbereich der Brücke zwischen den Widerlagern an den Dammenden, also auch Rampenbrücken und Schleifenbauwerk. Einbezogen in die GI-Maßnahme ist eine von der Bahn AG in Auftrag gegebene 68-Millionen-Euro-Investition allein zur Verstärkung der Brücke. Denn mittlerweile dürfen über die Hochbrücke auch überlange Giga-Güterzüge mit 835 m Länge und bis zu 60 Waggons rollen.

Es liegt auf der Hand, dass die umfassende Sanierung so vieler Teile am Gesamtbauwerk eine große logistische Herausforderung bedeutet. Sie setzt im Vorwege eine umsichtige, aber auch immer wieder zu aktualisierende Planung voraus. Dabei wird insbesondere darauf geachtet, dass der Zugverkehr ebenso wie der Schiffsverkehr möglichst ungestört bleiben, was nahe liegend für den Arbeitsablauf ein erhebliches Hemmnis darstellt.

Im letzten Jahrzehnt hat sich an der Rendsburger Kanalquerung viel getan. Die Entscheidung, erneut 170 Millionen Euro in die Hochbrückenanlage zu investieren, spricht für die Absicht, eine der kühnsten und symbolträchtigsten Stahlbaukonstruktionen ihrer Zeit zu bewahren. Damit haben sich zugleich die Aussichten auf Anerkennung der Schwebefähre als Weltkulturerbe der UNESCO weiter verbessert. Und nach dem Motto eines Lichtkünstlers „Die Brücke ist dafür gemacht, gesehen zu werden“ soll zum 100. Geburtstag die Möglichkeit geschaffen werden, Rendsburgs Wahrzeichen fortan durch eine Scheinwerferinstallation stärker noch ins Rampenlicht zu stellen. Hochbrücke und Schwebefähre mehr als bisher der Öffentlichkeit in ihrer historischen und technischen Bedeutung zu präsentieren und nahezubringen, ist und bleibt eine lohnende Daueraufgabe.  

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