1. Oktober 1913: Der erste Zug

Am 1. Oktober 1913: Der erste Zug rollt planmäßig über die Brücke

Probefahrt über die neu gelegten Gleise der Hochbrücke
Probefahrt über die neu gelegten Gleise der Hochbrücke

Ende August 1913 war abzusehen, dass sich die Arbeiten an den Hochbrückenanlagen dem Ende zuneigten. Überall waren Abschlussarbeiten zu beobachten. Zur Probebelastung der Brücke schoben sich acht schwere Lokomotiven langsam Meter für Meter über das Bauwerk. Messinstrumente zeichneten die Schwingungen auf. Die Brücke hielt allen Belastungen stand.
Die Unbedenklichkeits-Urkunde konnte unterschrieben werden. Vier Tage später, am 1. Oktober, rollten die ersten Züge planmäßig über die Hochbrücke. Nach Angaben von Brückenkonstrukteur Friedrich Voß beliefen sich die Gesamtkosten für Bauwerk und Eisenbahnverlegung einschließlich Grunderwerb auf 13,4 Millionen Mark, eine beträchtliche Summe, die aber öffentlich nie ernsthaft zur Diskussion stand. Davon entfielen auf den eigentlichen Brückenbau 5,8 Millionen Mark.

Die Menschen, besonders die Bewohner in der näheren und weiteren Umgebung, die dieses neuen großzügig erstellten Werkes ansichtig wurden, waren begeistert. Kaiser Wilhelm II. äußerte sich überschwänglich lobend. Und das Rendsburger Tageblatt: „Die gesamte Hochbrückenanlage bildet ein Baudenkmal deutscher Handels- und Industrieentwicklung, das auf jeden Beschauer als ein Wahrzeichen der deutschen Ingenieurkunst einen tiefen Eindruck hinterlässt.“

Wer die Gelegenheit hat, ins Brückenbauwerk aufzusteigen und es auf den Spuren der Brückenkontrolleure über Stege und Durchstiege unter Anleitung von Fachleuten in Augenschein zu nehmen – Schwindelfreiheit vorausgesetzt –, der wird sich auch heute noch der Faszination dieser großartigen Konstruktion im Ganzen wie in ihren Einzelteilen nicht entziehen können.

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